„Wenn Hunde laut werden mussten, hat vorher niemand zugehört.“

„Mit Keksen trainierte Hunde werden aggressiv.“ „Positive Trainer:innen arbeiten nicht mit Problemhunden.“ „Wenn ihr keine Videos zeigt, habt ihr keine Erfahrung.“

Manche Rückmeldungen, die uns erreichen, spiegeln eher das Verständnis von Hundeverhalten der Absender wider – nicht unseren Ansatz.

Deshalb möchte ich kurz erklären, wie wir arbeiten.

Aggression entsteht nicht durch Kekse. Punkt.

Aggression ist ein Verhalten, das aus Emotionen wie Angst, Frustration, Überforderung oder erlernter Hilflosigkeit entstehen kann. Schmerzen/Krankheiten können ebenso Auslöser sein.

Und ja:

Mehrere wissenschaftliche Studien zeigen, dass Training mit Druck, Strafe oder Einschüchterung das Risiko für aggressives Verhalten bei Hunden erhöhen kann. Belohnungsbasiertes, bedürfnisorientiertes und gewaltfreies Training wird in der Forschung häufig mit geringerem Stress, besserer Lernfähigkeit und stabilerem Verhalten in Verbindung gebracht.

Aggression ist also kein Zeichen von „zu viel Nettigkeit“, sondern häufig die Folge von zu wenig Sicherheit.

Ein Hund wird also nicht aggressiv, weil er belohnt wird. Aggression tritt eher auf, wenn Bedürfnisse ignoriert oder Grenzen regelmäßig überschritten werden.

Warum wir keine „aggressiven Hunde“ filmen

Uns wird oft vorgeworfen:

„Ihr zeigt ja keine aggressiven Hunde, also arbeitet ihr nicht mit ihnen.“

Die Wahrheit ist eine andere

Wir bringen Hunde NICHT absichtlich in Situationen, in denen sie aggressiv werden müssen. Nicht, weil wir es nicht könnten, sondern weil wir es nicht wollen.

Denn:

WIR

lesen Körpersprache, bevor es knallt

erkennen Stresssignale, bevor sie eskalieren

gestalten Training so, dass der Hund handlungsfähig bleibt

achten darauf, dass der Vierbeiner noch erwünschtes Verhalten zeigen kann

Aggression ist kein Beweis für Kompetenz, sondern ein Hinweis darauf, dass Signale zu spät erkannt wurden.

Ein Hund „spricht“, bevor er aggressiv wird. Knurren, Meiden, Erstarren, Lecken, Gähnen oder Wegdrehen – all das sind Kommunikationsversuche.

Wenn diese Signale ignoriert werden, bleibt dem Hund irgendwann nur noch eins: deutlich werden. Viele „Show-Videos“ zeigen oft nur das Endergebnis, nicht den Weg dorthin.

Bedürfnisorientiertes Training bedeutet:

  • fair zu sein
  • vorausschauend zu handeln
  • den Hund nicht zu überfordern
  • Verhalten zu verändern, ohne den Hund emotional oder körperlich zu schädigen.

Auch hochreaktive oder unsichere Hunde können so sicher und handlungsfähig bleiben, ohne dass daraus Sensationen oder Machtspiele entstehen.

Unser Ziel:

Ein Hund, der sich sicher fühlt. Ein Mensch, der versteht. Ein Alltag, der leichter werden darf. Verhalten, das auf Vertrauen basiert, nicht auf Angst.