Raumverwaltung

Unser Zuhause ist ein Herzensort. Raumverwaltung hat hier keinen Platz!

Meinen Beruf als Soldatin habe ich mit großer Leidenschaft ausgeübt – in einem Umfeld, das von viel männlicher Energie und einer offenen, direkten Art geprägt war. In dieser Welt war ich oft diejenige, die mit Fürsorge und Aufmerksamkeit auf andere achtete. Hinter der äußeren Stärke sah ich oft die Verletzlichkeit und gab Halt, wo er nötig war. Diese Erfahrungen haben mir gezeigt, wie eng Führung mit Menschlichkeit verbunden ist.

Die vorherrschende Deutlichkeit kann leicht zu Unsicherheit sowie Distanz führen, wenn es an Einfühlungsvermögen fehlt. Dadurch wurde mir bewusst, wie wichtig es ist, Führung mit Sanftheit zu verbinden, um Nähe, Vertrauen und ein echtes Miteinander zu ermöglichen.

Im Hundetraining begegne ich leider immer noch häufig dem Gedanken der sog. Raumverwaltung – also Grenzen über körperliches Wegdrängen oder Druck zu setzen. Für mich passt das nicht zu einer wertschätzenden Beziehung zwischen Mensch und Hund. Unsere Hunde sind hoch soziale Wesen, die Vertrauen und Sicherheit benötigen – keine Kontrolle durch Angst/Zwang.

Die Folgen von Druck sind oft tiefgreifend: Hunde reagieren mit Stress, Rückzug, Angst o. Aggression, um sich zu schützen. Das schwächt nicht nur die Bindung, sondern auch das Lernen und mindert die Lebensqualität. Solche Reaktionen sind kein Fehlverhalten, sondern eine klare Antwort auf belastende Situationen, die wir durch liebevollen Umgang vermeiden können.

Grenzen sind wichtig, aber sie dürfen nicht verletzen. Klar und konsequent, aber immer liebevoll und respektvoll. Für mich bedeutet das: achtsam zu begleiten, Orientierung geben und Verantwortung übernehmen – mit einer Haltung, die auf Vertrauen, Geduld und gegenseitigem Verstehen beruht.

Meine Zeit bei der Bundeswehr hat mir vor allem eines gezeigt: Verantwortung zu tragen heißt, mit Präsenz und Mitgefühl zu handeln – mit Herz und Verstand. Dies prägt heute mein gesamtes Sein – im Umgang mit Hunden genauso wie mit Menschen.

Mein Wunsch ist, dass Menschen ihre Hunde mit Respekt, Achtsamkeit und Liebe begleiten – Grenzen sollen dabei Sicherheit und Orientierung schenken, niemals Angst auslösen.