Wenn Menschen mit ihrem Vierbeiner zu mir ins Coaching kommen, erwarten viele, dass ich als erstes den Hund beobachte: sein Verhalten, seine Körpersprache, seine Reaktionen uvm. Und natürlich tue ich das, aber nicht nur. Denn das Verhalten eines Hundes ist immer das Ergebnis aus mehreren Komponenten.
Der Schlüssel zum Erfolg liegt nicht darin, die Fellnase „zu korrigieren“, sondern das Umfeld, die Routinen sowie Rahmenbedingungen zu beobachten, ggf. zu verändern und genau dort setze ich an.
Ein Hund zeigt ein Verhalten nie „einfach so“, sondern es hat eine Funktion, einen Auslöser und einen Kontext.
Fragen, die ich mir deshalb zuerst stelle, sind u. a.:
- Wann genau passiert das unerwünschte Verhalten?
- Wer oder was ist beteiligt?
- Wie sieht die Umgebung aus?
- Was macht der Mensch in diesem Moment?
Viele Probleme entstehen, weil der Hund in einer Situation überfordert, gestresst oder ängstlich ist. Die Auslöser/Ursachen gilt es herauszufinden.
Zum Großteil meines Coachings nehme ich den Menschen an die Hand, weniger den Vierbeiner. Nicht im Sinne von „du machst alles falsch“, sondern von:
- Körpersprache des Hundes verstehen
- Erwartungen anpassen
- Routinen ändern
- Stressquellen minimieren
- …
Ich beobachte daher u. a. intensiv:
- Wie hält der Mensch die Leine?
- Welche Signale sendet er unbewusst?
- Wie reagiert er in kritischen Momenten?
- Welche Stimmung bringt er mit?
Denn der Hund lebt in unserer Welt und reagiert darauf. Manchmal bewirken kleinste Anpassungen Wunder: So berichtete mir eine Kundin, dass ihre Hündin immer von ihrem Mann wegläuft, wenn er ihr das Geschirr anziehen möchte. Haltung/Verhalten des Mannes geändert (er ist nicht mehr mit dem Geschirr auf sie zugelaufen, sondern hat in der Hocke gewartet…) und am nächsten Tag erhielt ich die Nachricht: „Es klappt.“
Gute Hundetrainer:innen betrachten das ganze System, nicht nur den Hund.
Ich sehe jedes Team als Gesamtheit und dazu gehören u. a.:
- der Hund
- der Mensch
- der Alltag
- die häusliche Umgebung
- das emotionale Miteinander
- die Lebenssituation
Erst wenn ich dieses Gesamtbild verstehe, kann ich nachhaltig helfen. Wer nur den Hund sieht, übersieht oft den wichtigsten Teil.
Ich schaue auf das Umfeld
- weil Verhalten logisch wird, sobald wir die Umstände kennen.
- weil es unsere Verantwortung ist, dem Hund und auch seinem Menschen den Alltag zu erleichtern.
- weil nachhaltige Veränderung genaut dort beginnt.
Und am Ende führt dieser Blick weg vom „Problemhund“, hin zu einem harmonischen Miteinander.
