Setting Events

Manchmal verläuft der Alltag mit Hund harmonisch, doch es gibt auch Phasen, in denen die Fellnase scheinbar alles vergessen hat oder völlig anders reagiert. Oftmals liegt die Ursache nicht im Training selbst, sondern in den sog. „Setting Events“ – den versteckten Einflüssen, die das Verhalten unserer Vierbeiner vorbereiten und prägen.

Was sind Setting Events?

Es sind äußere oder innere Faktoren, die das Verhalten des Hundes nicht direkt auslösen, aber seine Reaktionen stark beeinflussen. Sie bestimmen, wie entspannt oder gestresst er ist, wie gut er sich konzentrieren und lernen kann.

Typische Beispiele:

– unruhiger Schlaf bzw. zu wenig Schlaf

– Schmerzen, Hunger oder Unwohlsein

– Wetterumschwünge wie Hitze, Wind oder Gewitter

– Veränderungen im Alltag wie Umzug, Besuch oder neue Tiere

– stressige Erlebnisse, z. B. Tierarztbesuch …

Warum ist das so wichtig?

Wenn wir Setting Events erkennen, verstehen wir besser, warum der Vierbeiner so reagiert und haben die Möglichkeit, diese Einflüsse so zu gestalten, damit sie weniger Stress auslösen. Also wir können einen Rahmen schaffen, indem sich der Hund wohler und sicherer fühlt.

Wie?

  • Schlaf & Ruhe fördern: Sorge für einen ruhigen Rückzugsort. Beobachte, wann dein Hund Pausen braucht und plane Trainingseinheiten so, dass er fit genug dafür ist.
  • Gesundheit im Blick behalten: Achte auf Anzeichen von Schmerzen oder Unwohlsein.
  • Wetter berücksichtigen: Bei Hitze, starkem Wind oder Gewitter biete deinem Hund einen geschützten Platz an oder verlege das Training nach drinnen.
  • Alltagsstress minimieren: Plane neue Situationen langsam und behutsam ein. Gib deinem Hund Zeit, sich an Veränderungen wie Besuch, längeres Alleinsein etc. zu gewöhnen.
  • Vorherige Erlebnisse berücksichtigen: Gönne deinem Hund nach einem stressigen Ereignis Ruhe und besondere Zuwendung.

Verhält sich dein tierischer Liebling anders als gewohnt, nimm dir einen Moment Zeit und frage dich: „Welche versteckten Einflüsse könnten ihn gerade beschäftigen und was kann ich tun, damit es ihm leichter fällt?“

Indem du Setting Events wahrnimmst und gestaltest, trainierst du erfolgreicher und mit mehr Liebe.

Hinweise:

Der Begriff „Setting Events“ wurde ursprünglich in der Verhaltensanalyse (z. B. Bijou & Baer, 1961; Wahler & Fox, 1981) geprägt und bezeichnet vorbereitende Bedingungen, die Verhalten beeinflussen können. Ein Setting Event ist ein Einflussfaktor, der nicht direkt das Verhalten auslöst, aber die Reaktion auf bestimmte Reize verstärken kann, z. B. wenn ein Hund nach einem stressigen Tag besonders empfindlich auf andere Vierbeiner reagiert.