Wenn Hunde für Kinderträume bezahlen müssen…
Es passiert jeden Tag: Kinder wünschen sich sehnlichst einen Hund. „Bitte, bitte! Ich kümmere mich auch ganz sicher!“ und Eltern geben irgendwann nach.
Die Gründe: Weihnachten, Geburtstag, Belohnung für gute Noten etc.
Ein Welpe, hübsch verpackt als Geschenk.
Und genau da beginnt manchmal das Unheil, denn die Wahrheit ist: Tiere sind keine Überraschung, Belohnung, Deko oder Spielzeug. Erst recht sollten sie kein kurzweiliger Zeitvertreib für Kinder sein, die nach zwei Wochen das Interesse verlieren.
In den ersten Tagen ist meist alles wunderbar: Streicheln, Knuddeln, Spielen, Fotos posten…
Doch der Alltag kommt schneller als gedacht: Früh aufstehen, Gassi bei Regen/Kälte, Erbrechen wegwischen, Training durchhalten, Fell pflegen… Verantwortung übernehmen, jeden einzelnen Tag über viele Jahre.
Plötzlich ist der Vierbeiner zu anstrengend, zu laut, zu wild, zu zeitaufwendig… Die Kinder sind beim Fußball, auf TikTok oder bei Freunden und der Hund…? sitzt allein wartend vor dem Fenster und versteht nicht, dass die Liebe, die ihm versprochen wurde, verschwunden ist.
Es ist traurig, wie leichtfertig manche Menschen mit fühlenden Lebewesen umgehen. Jaaa, fühlend! Hunde sind keine Emotionsträger, die man einschaltet, wenn man Lust hat, sondern Familienmitglieder! Sie werden nicht selten zu Spielzeugen degradiert und das ist nicht fair!
Wer wirklich leidet, ist der Hund. Der dann völlig unschuldig im Heim landet und verwirrt ist, weil seine Menschen ihn im Stich lassen, er plötzlich „keine Zeit“ mehr wert ist.
Es ist erschütternd und beschämend, wie oft genau das passiert und zwar weil Erwachsene kapitulieren, nicht Kinder. Eltern entscheiden, ob ein Hund Teil der Familie wird, sie tragen die Verantwortung, nicht die Kinder, egal wie alt sie sind, es sei denn sie sind volljährig.
Wenn du dir einen Hund anschaffst, dann tue es nicht für dein Kind, sondern in erster Linie, weil du bereit bist, ein Lebewesen über zehn bis fünfzehn Jahre hinweg zu versorgen, zu erziehen, zu schützen und zu lieben und zwar in guten wie in schlechten Zeiten. Kinder können mithelfen, lernen, wachsen, Verantwortung üben, ABER tragen? = Aufgabe der Eltern.
Bevor ein Hund einzieht, solltest du dir ehrlich u. a. folgende Fragen stellen:
- Bist du bereit, jeden Tag rauszugehen, auch wenn du keine Lust hast?
- Bist du bereit, Kosten zu tragen für Futter, Tierarzt, Erziehung uvm.?
- Bist du bereit, Erziehung durchzuziehen, auch wenn es schwierig wird?
- Bist du bereit, deine Freizeit und Urlaubspläne anzupassen?
- Bist du bereit, für ein Lebewesen Verantwortung zu übernehmen, das komplett von dir abhängig ist?
- …
Wenn du bei einer dieser Fragen zögerst, dann lass es, zum Wohle des Vierbeiners, der ein Schicksal nicht verdient, welches er nicht beeinflussen kann.
Tiere sind keine Geschenke!
Ein Hund ist ein Herz auf vier Pfoten, das dir sein ganzes Leben schenkt.
Die einzig richtige Frage lautet daher:
Verdienst du dieses Vertrauen? Wenn ja: wunderbar.
Wenn nein, gibt dem Hund nicht die Schuld, sondern sei ehrlich zu dir selbst. DANKE!
