einer guten Mensch-Hund-Beziehung
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Strafe/Gewalt
Wir -mit positiver Verstärkung arbeitenden- Tierpsychologen/Hundetrainer werden oft als „Wattebausch- bzw. Leckerchenwerfer“ bezeichnet und des öfteren nicht ernst genommen.
Sätze werden uns an den Kopf geworfen, wie z. B.:
„Es lassen sich kleine Vierbeiner vielleicht noch mit Belohnungshappen erziehen, aber doch keine Arbeitshunde, die teils aggressives Verhalten an den Tag legen.“ – WHAT?
Mit diesem Blogbeitrag möchte ich aufklären, was Strafe/Gewalt im Hundetraining anrichten kann.
Aversive Trainingsmethoden sind ethisch nicht vertretbar und lt. Tierschutzgesetz verboten!
Beispiele:
Kneifen, Treten, Schlagen, auf den Boden werfen …
aber auch die vermeintlich „harmlosen“ Methoden: Bespritzen des Hundes mit Wasser, Werfen eines Schlüssels …, denn diese Handlungen dienen dazu, den Fellfreund zu erschrecken bzw. einzuschüchtern.
Aber nicht nur köperliche, sondern auch psychische Gewalt wird in der Psychologie als genauso gravierend angesehen.
Aversive Reize (zitiert aus dem Lexikon der Psychologie = „unangenehmes, widriges Ereignis, das Schmerz, Angst oder eine Vermeidungsreaktion auslöst; …“)
Durch aversive Trainingsmethoden kann das unerwünschte Verhalten des jeweiligen Hundes gehemmt werden, somit werden leider auch heute noch hilfesuchende Hundehalter darin bestärkt, diese anzuwenden – trotz des oft ZU RECHT vorherrschenden schlechten Gewissens.
WARUM?
Beispiel:
Hund bellt am Zaun und man wirft ihm die sog. Wurf-Discs vor die Pfoten oder besprüht ihn mit der Wasserspritzpistole, daraufhin stellt er das Bellen ein.
Was für ein ERFOLG!
IRONIE OFF
Das was hier geschieht ist lediglich eine UNTERDRÜCKUNG des Verhaltens, keine ÄNDERUNG, die wir uns als Besitzer wünschen würden. Aus Sorge vor weiterer Strafe stellt der Hund das nicht gewollte Verhalten ein. Hierbei hat er nicht gelernt, wie er sich in der Situation künftig „korrekt“ verhalten soll. Lediglich, dass sein Herrchen/Frauchen sehr böse werden kann.
Kommen wir zurück zum Beispiel:
Nähert sich erneut ein fremder Mensch dem Gartenzaun, wird der Hund zwar nicht mehr bellen bzw. hoch springen. Allerdings bleibt seine ursprüngliche Motivation bestehen (Angst, Bedrohung…). Es kann schlimmstenfalls passieren, dass durch die Strafe/Gewalt seines Menschen, diese sogar verstärkt wurde. Der Vierbeiner wird durch die Aktion seines Menschenfreundes verunsichert, es entstehen vielleicht zudem weitere Probleme, wie Empfindlichkeit/Stressreaktion bei Geräuschen etc.
Darüber hinaus hat er keine Werkzeuge an die Pfote bekommen, wie er in Zukunft ähnliche Ereignisse ruhig und gelassen meistern kann. Der Hundebesitzer hat ihm lediglich gezeigt, dass er seine Ängste/Sorgen nicht ernst nimmt und kein Teamplayer ist, der Hilfe und Unterstützung bietet, sondern auch noch gewalttätig wird.
Was passiert in der Mensch-Hund-Beziehung?
- Verlust des Vertrauens
- die Unterdrückung des Fehlverhaltens ist nicht von Dauer
- evtl. entstehen Fehlverknüpfungen
- zugrundeliegende Motivation wird nicht positiv
- …
Gibt es denn alternative gewaltfreie Trainingsmethoden auf Augenhöhe?
NATÜRLICH!
Statt das unerwünschte Verhalten aus dem Hund „prügeln“ zu wollen, bringen wir dem Vierbeiner erwünschtes Verhalten bei und zwar mit positiver Verstärkung und das bedeutet nicht, den Hund mit Leckerli zu „ködern“, sondern ihn zu motivieren und für das „richtige“ Verhalten zu belohnen. Als Belohnungen können aber auch das Lieblingspielzeug, Lob bzw. ein gemeinsames Spiel eingesetzt werden.

Gönnen wir uns als Mensch nicht auch oft ein „Leckerli“?
Möchtest du für deinen Vierbeiner ein Freund, ein Weggefährte, ein Vertrauter, ein Seelentröster sein, an diesem er sich immer anlehnen bzw. orientieren kann?
Dann melde dich, bei mir gibt es Hundeerziehung(-training) mit
Herz & Verstand!
Liebe Grüße
„Der Hund ist das einzige Wesen auf Erden, das dich mehr liebt als sich selbst.“ – Josh Billings