Ob ein Hund Kontakt zu Artgenossen benötigt lässt sich nicht pauschal beantworten, dies wäre fahrlässig, denn jeder Hund ist anders wie wir Menschen auch. Hier spielen mehrere Faktoren mit hinein: Persönlichkeit, Erfahrungen, Erziehung, Rasse, Genetik uvm.

Für junge Hunde ist der Kontakt zu Artgenossen meist interessanter als für die ältere Generation.
Es ist sinnvoll seinen Hund lesen zu können, denn bereits vor dem direkten Kontakt zeigen sie über ihre körpersprachlichen Signale sowie das Verhalten, ob dieser gewünscht ist oder eben nicht. Leider können einige Hundehalter:innen ihre Vierbeiner nicht lesen und zwingen sie förmlich in den Kontakt, denn „Sie müssen sich doch mal Hallo sagen oder schnüffeln.“
Mit Verlaub, magst DU jeden Menschen, der Dir auf der Straße begegnet? Sehr oft wird auch das Argument gebracht: „Mein Hund spielt jeden Tag mit fremden Artgenossen, er ist dadurch sehr sozial!“. Im Umkehrschluss wären alle anderen Hunde, die wenig Kontakt haben – asozial.
–> Ganz sicher nicht!
Wer anhand der Hundekontakte davon ausgeht, dass eine ausreichende Sozialisierung vorliegt, der irrt sich. Sozialisierung ist weit mehr als vermeintliches Spielen mit Artgenossen.
Dem Hund sollte niemals ein Kontakt aufgezwungen werden, nur weil der Mensch das möchte!
Des weiteren wird immer noch dazu geraten, gerade Welpen, damit sie fürs Leben etwas lernen, jeden Sozialkontakt zu ermöglichen. Sehr fatal, vor allem die sog. Welpenspielgruppen sind wenig sinnvoll. Das kleine Fellknäuel, welches in der ersten Lebenszeit noch sehr mit seiner Umwelt beschäftigt ist und nun ins kalte Wasser (Gruppe) voller Gleichgesinnte und Menschen geschmissen wird, lernt wenn es gut ausgeht, dass das Leben ohne seinen Zweibeiner ziemlich lustig ist oder aber im schlechtesten Fall, dass er von seinem Menschen im Stich gelassen wird, Sicherheit, Halt und Orientierung – Fehlanzeige.
Hunde sind soziale Wesen und sie mögen es nicht alleine zu sein. Leben gerne im Rudel, aber fremde Artgenossen gehören nicht zu diesem Familienanschluss. Die Bindung zu seiner/n Bezugsperson/en ist von größerer Bedeutung, d. h. damit die Fellnase gesund und glücklich bleibt, benötigt er einen Menschen, der ihn versteht und seine Bedürfnisse kennt sowie stillt.
Also nehme Dir ausreichend Zeit für Deinen Hund, denn diese ist kostbar und leider begrenzt!
FAZIT: Qualität vor Quantität und vor allem individuell abgestimmt auf den jeweiligen Vierbeiner. Und DU bist sein wertvollstes Gut, dass er mehr liebt als sich selbst!
Herzliche Grüße und einen schönen Wochenstart!
Eure Tierpsychologin mit Herz